Meine Geschichte mit weißem Hautkrebs
Weißer Hautkrebs in meiner Familie
Weißen Hautkrebs kannte ich bereits von meinem Papa, der ihn vermutlich irgendwann in seinen 70ern bekam. Am Telefon sagte er: „Nicht schlimm, die schneiden das weg und ich habe da so eine Salbe, die ich draufschmieren soll.“ Ich vermute, dass er in der Arztpraxis auch zu LSF 50 beraten wurde.
Allerdings hat mein Vater niemals Sonnencreme benutzt. Nicht, wenn er kaffeetrinkend in der Sonne saß und erst recht nicht, wenn er schwitzend in Sommerhitze betoniert und in Eigenregie Gebäude auf unserem Grund errichtet hat. Ich erinnere mich gut an meinen Vater in meiner Kindheit am „werkeln“ draußen. Seit seiner Diagnose hat er einige Stellen im Gesicht behandelt bekommen, teils mit Salbe und teils auch mit dem Skalpell. Das war mein Bild von hellem Hautkrebs: das bekommt man frühestens mit 70.
Die erste raue Stelle, die ich ignoriert habe
Ich bin zum Zeitpunkt der Diagnose 47 und habe eine raue Stelle an meiner Nase bemerkt. Mein Hauttyp ist sehr hell, eher nordisch. Daher creme ich schon seit vielen Jahren mit LSF 50, v.a. wenn ich weiß, dass ich an einem Tag viel Sonne zu erwarten habe. Besonders gerne mag ich die Sonnencremes allerdings nicht, ich hasse das klebrige Gefühl auf der Haut. Aber ich schmiere, wann immer ich es für nötig halte. Einen Sonnenbrand hatte ich schon lange nicht mehr, in meinen frühen 20ern ja, da schon. Aber in den letzten Jahren eigentlich nie, da ich immer darauf achte, nicht zu viel Sonne abzubekommen.
Die raue Stelle an der Nase ist nicht groß, ein paar Milimeter im Durchmesser. Ich kann sie eincremen und peelen wie ich will, sie wird einfach nicht weich. Zudem entwickle ich in letzter Zeit immer mehr Pigmentflecken und will diese hautärztlich abklären lassen. Also begebe ich mich auf die Suche nach einem freien Termin bei meiner Hautarztpraxis. Dort war ich schon viele Jahre nicht mehr, einfach weil es nicht notwendig war (aber immerhin bin ich als Patientin bei einer Praxis gelistet). Ich habe telefonisch Glück, da kurzfristig ein Termin frei geworden ist, bekomme ich einen in 6 Wochen. Es ist Sommer.

Die Diagnose: Vorstufe von weißem Hautkrebs
In der Praxis selbst geht alles ganz schnell: Ich zeige der Ärztin die Stellen, die mir aufgefallen sind, sie schaut drauf und schüttelt jedes Mal den Kopf. „Das ist nichts.“ Dann fällt mir ein: „Ach ja, da ist noch so eine Stelle an meiner Nase. Die ist irgendwie rau.“ Zugegeben, diese Stelle habe ich schon seit vielen Monaten und war bisher zu faul, mir einen Termin deswegen zu machen. Weissen Hautkrebs bekommt man schließlich erst ab 70 sagt mein Bauchgefühl in meinem Kopf. Die Hautärztin zückt ihr Vergrößerungs-Tool und richtet es auf meine Nase. „Vorstufe weißer Hautkrebs“ murmelt sie. „Das vereisen wir kurz.“
Sie zückt das Eisspray, hält mir eine Hand zum Schutz vor die Augen und sprüht los. „Aah, denke ich, was ist das denn jetzt?“ und versuche, den kurzen Schmerz zu schlucken. Meine Nase pocht.
„Und was passiert jetzt?“ frage ich. „Es wird sich röten, einen Grind bilden und der wird dann abfallen.“ sagt sie. „Und dann? Muss ich was beachten?“ „Sie sind ein heller Hauttyp. LSF 50 von Ostern bis Oktober und auch, wenn es bewölkt ist.“ „Und wenn ich den ganzen Tag im Büro sitze, dann auch?“ „Das können Sie sehen, wenn sie natürlich nicht draußen sind, brauchen sie es eigentlich nicht. Kommen Sie in 8 Wochen zur Kontrolle nochmal.“ Und damit schickte sie mich wieder heim. Es bildete sich eine Kruste, die fiel ab und jetzt sieht meine Nase aus wie vorher.
Mein Gefühl für die Sonne heute
Was nicht wie vorher ist, ist mein Gefühl zur Sonne. Neulich waren wir in den Schweizer Alpen an einem strahlenden Sommertag und meine Unsicherheit war groß. Reicht mein Sonnenschutz? Bringt die Kappe wirklich was? Wie oft muss ich nachcremen? Vielleicht mache ich lieber doch noch den Sonnenstick drüber. Denn was ich auf jeden Fall vermeiden möchte ist eine erneute Stelle, die dann vielleicht sogar härter behandelt werden muss.
Wie ein Hautkrebs-Screening genau abläuft, erklärt der Krebsinformationsdienst gut verständlich. Und falls du wissen willst, wer hinter Hautstabil steckt: mehr über mich gibt es hier.